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"Haltung ist die Grundlage und das Resultat"
Artist Statement
Haltung als Impuls –
Vom Körpergefühl zur Wirkung im Außen
“Meine Kunst setzt dort an, wo innere Ausrichtung unter äußeren Anforderungen unsichtbar zu werden droht. In einer beschleunigten, reizüberfluteten Gegenwart reagieren wir oft, bevor wir wahrnehmen – und urteilen, bevor wir fühlen. Haltung wird angepasst, durchgehalten, optimiert, bis sie sich im Rauschen verliert. Ich arbeite an dem Moment, in dem sich dieser Automatismus unterbrechen lässt: bevor wir uns verschließen, bevor wir uns verfehlen. Meine Arbeiten sind Einladungen, keine Anweisungen. Sie verstehen Haltung als Erfahrungsraum, in dem Standfestigkeit und Zweifel gleichzeitig existieren dürfen – als dynamische Balance zwischen innerem Standpunkt, Körpergefühl und Resonanz. Ausgangspunkt ist häufig ein Impuls: eine Geste, eine Spannung, ein Strich, eine Struktur. Daraus entstehen Schichtungen, die sich überlagern, aneinanderstoßen, verschmelzen oder nebeneinander verweilen wie Wellen. Wie im Leben hallt Vergangenes nach, Neues erhebt sich, und dazwischen breiten sich Wirkungen aus. Ich verhandle Spannungen, die uns täglich formen: Anpassung und Eigenständigkeit, Verletzlichkeit und innere Erhabenheit, Nähe und Abgrenzung. Die Bilder stellen nicht dar, sie stellen Fragen – körperlich erfahrbar: Wo stehe ich? Wie stehe ich? Und was geschieht, wenn ich meinen Standpunkt nicht aus Härte, sondern aus Wahrnehmung heraus finde? Oft werde ich gefragt, ob es in meiner Arbeit um Körper, Psyche oder Gesellschaft geht. Für mich sind diese Bereiche untrennbar. Haltung entsteht im Wechselspiel von Innen und Außen: Sie prägt, wie wir uns selbst erleben, und beeinflusst, wie wir anderen begegnen. Sie erlaubt, offen zu bleiben – und sie schafft die Möglichkeit, zu fühlen, bevor wir bewerten, zu wirken, statt nur zu reagieren.”

"Haltungen, die tragen, entstehen nicht aus Perfektion, sondern aus Präsenz –
und ihre Wirkung schwingt weiter, hinaus in die Welt."
Biografie
Haltung als Impuls –
Vom Körpergefühl zur Wirkung im Außen
Haltung prägt ihr Leben – im Tanz, im Ausdruck, im Sein. Schon früh lernte sie Ballett und Kunstturnen, was Präsenz bedeutet: Spannung halten, Kraft dosieren, Bewegung bewusst führen. Später vertieften körperlich-therapeutische Arbeit, das Studium der Ästhetik, Lehrtätigkeit und Sportunterricht ihr Verständnis dafür, wie eng innere Ausrichtung und körperliche Präsenz ineinandergreifen. Haltung ist für sie keine Pose, sondern eine Entscheidung – ein Impuls, der durch alles wirkt, was sie tut. Geboren 1965, lebt Dörte Monsees in Worpswede, dessen künstlerische Schwingungen sie seit der Kindheit begleiten. Zwischenzeitlich führte ihr Weg in ein Bergdorf in Süddeutschland, hoch in die Alpen. Dort wurde Balance zur täglichen Praxis: Aufstiege verlangen Entschlossenheit und klare Ausrichtung, Abstiege Achtsamkeit und Spannung. Nichts ist selbstverständlich, alles muss immer wieder neu gefunden werden. Eine Krankheit stellte dieses Wissen um Körper, Gleichgewicht und Standfestigkeit nochmals auf die Probe – und schärfte die Fragen, die heute ihren künstlerischen Prozess tragen: Wo stehe ich? Wie stehe ich, wenn alles wankt? In ihrer Malerei verhandelt sie genau diese Spannungen: Standfestigkeit und Bewegung, Verletzlichkeit und Kraft. Sie arbeitet mit Acryl und Strukturen, bewegt sich zwischen Abstraktion und Figur, baut Schichten auf, überlagert, lässt Farbklänge gegeneinander stehen.
Haltung in Bewegung
"Der Körper bleibt dabei immer Teil des Bildes: Sie malt wie im Tanz – fließend, im Stehen, Sitzen, Liegen oder Hocken, mit Spachtel, Kuchenheber, Fächerpinsel, Rollen oder direkt mit den Händen. So wird jede Geste zur Spur, jede Entscheidung zur sichtbaren Haltung."






Weser Kurier 07. März 2026
"Erst fühlen - dann urteilen."
"Im Zentrum...steht die Frage der nach Haltung im persönlichen und gesellschaftlichen Sinn. (...) Sie legen Schichten frei, zeigen Brüche und Prägungen, thematisieren Rollen und Erwartungen und laden dazu ein, die eigene Position zu hintzerfragen."
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